Konzepte
Bevor es losgeht, ein kurzer Überblick über die wichtigsten Konzepte.
Was die Teamanalyse misst — und was nicht
Abschnitt betitelt „Was die Teamanalyse misst — und was nicht“Die soziologische Teamanalyse misst keine Zufriedenheit. Sie misst die strukturellen Bedingungen, unter denen Teams arbeiten: Vertrauen, Rollenklarheit, Belastung, Entscheidungskultur, Innovationsfähigkeit. Diese Bedingungen ändern sich langsamer als Stimmungen. Sie sind das, was unter der Oberfläche liegt, wenn Teams dauerhaft gut oder schlecht funktionieren — und sie sind messbar, bevor irgendjemand anfängt, darüber zu klagen.
Die Teamanalyse kann nicht direkt sagen, ob Menschen glücklich sind. Aber sie kann zeigen, wo die Ursachen für Unzufriedenheit liegen — und ob diese Ursachen strukturell sind. Ein Team unter chronisch hoher Belastung oder niedrigem Vertrauen wird das irgendwann spüren, auch wenn die Stimmung gerade noch trägt.
Der Umkehrschluss gilt nicht zwingend. Ein Team in einem grünen Bereich ist nicht automatisch begeistert von seiner Arbeit. Aber es arbeitet unter Bedingungen, die nach aktuellem Forschungsstand weder auf Überlastung noch auf strukturelle Dysfunktion hindeuten — Bedingungen, die sich auf Dauer halten lassen. Das ist der Zustand, den die Analyse anstrebt: nicht maximale Zufriedenheit, sondern organisatorische Nachhaltigkeit.
Analysethemen
Abschnitt betitelt „Analysethemen“Ein Analysethema definiert, was eine Analyse untersucht. Aktuell stehen drei Bereiche zur Verfügung: Technologieadoption, Organisationskultur und Cybersecurity. Die Zielsetzung ist jeweils unterschiedlich — der grundsätzliche Ablauf und die Art der Ergebnisse sind identisch. Wo es Unterschiede gibt, macht diese Dokumentation sie kenntlich.
Das Analysethema legt fest, welche Key-Behavior-Indicators (KBIs) ausgewertet werden — also welche Teameigenschaften für das Vorhaben relevant sind. Daraus ergibt sich auch der Inhalt der Befragung. Zusätzlich definiert jedes Thema, wie verschiedene Ausprägungen eines KBI bewertet werden, und liefert passende Situationsbeschreibungen und Handlungsempfehlungen. Je nach Thema sind das bis zu 220 verschiedene Zustände.
Technologie-Themen beziehen sich immer auf eine konkrete Technologie — etwa Salesforce, ein CRM-System oder Microsoft 365.
Der Team Vortex
Abschnitt betitelt „Der Team Vortex“
Das grafische Gesamtergebnis einer Analyse nennen wir den Team Vortex. Er zeigt auf einen Blick, wo ein Team steht — und wo die Hebel liegen.
Key-Behavior-Indicators (KBIs)
Abschnitt betitelt „Key-Behavior-Indicators (KBIs)“Das Ergebnis jeder Analyse sind mehr als 20 Key-Behavior-Indicators, die für das jeweilige Thema zusammengestellt wurden. Sie beschreiben und bewerten Eigenschaften der Organisation und einzelner Teams. Im Team Vortex lassen sich Bewertung und Ausprägung direkt an Länge und Farbe der Balken ablesen.
Im Zentrum steht immer der Kernindikator — der KBI, der das Analyseergebnis in einer einzigen Kennzahl zusammenfasst. Bei Technologieadoption ist das die Nutzungswahrscheinlichkeit, bei Organisationskultur die Handlungsfähigkeit, bei Cybersecurity die Wahrscheinlichkeit für sicheres Verhalten.
Bei einem Technologieadoptionsprojekt sehen Sie so auf einen Blick, ob eine Einführung erfolgreich sein wird: Werte unter 60 — wenn es gelb und rot wird — bedeuten, dass der Erfolg dem Zufall überlassen bleibt. Über mehrere Analysen hinweg zeigt der Kernindikator außerdem, ob die getroffenen Maßnahmen tatsächlich etwas verändert haben.
Um den Kernindikator herum gruppieren sich mehr als 20 weitere KBIs — die konkreten Hebel, um ihn zu verbessern.
| Analysethema | Kernindikator | Gruppierung |
|---|---|---|
| Technologieadoption | Die Nutzungswahrscheinlichkeit gibt an, in wie viel Prozent der Fälle, in denen eine Aufgabe entweder mit der neuen Technologie oder auf anderem Wege gelöst werden kann, sich Teams für die neue Technologie entscheiden werden. Da die Teamanalyse Verhaltenswahrscheinlichkeiten misst, ist das Verfahren prognostisch: Es ermittelt nicht den tatsächlichen Nutzungsgrad — das kann die eingeführte Software selbst besser — sondern die Routinen der Teams. Erfahrungsgemäß liegen beide Werte nah beieinander. | Technologie, Haltung, Organisation |
| Organisationskultur | Die Handlungsfähigkeit beschreibt, ob die Annahmen und Routinen von Teams auf eine nachhaltige Durchführung von Aufgaben und Projekten ausgerichtet sind — oder ob es hinderliche Widersprüche und Instabilitäten gibt. | Grundlagen, Produktivität, Zusammenarbeit |
| Cybersecurity | Die Wahrscheinlichkeit für sicheres Verhalten gibt an, in welchem Ausmaß die Annahmen und Routinen eines Teams auf sicherheitskonformes Verhalten ausgerichtet sind — oder ob erhöhte menschliche Risikofaktoren wie Stress, Erschöpfung, Ablenkung oder informelle Normen dieses Verhalten systematisch gefährden. | Bedingungen, Ego, Zusammenarbeit |