Vorlage für „Häufig gestellte Fragen"
Nutzen Sie nachfolgende Texte als Grundlage für eine FAQ, die Sie z. B. im Intranet bereitstellen können. Wenn Sie wesentliche Fragen vermissen, lassen Sie es uns bitte wissen, damit wir die FAQ erweitern können.
Einige dieser Fragen sind aber komisch.
Abschnitt betitelt „Einige dieser Fragen sind aber komisch.“Das wissen wir. Dahinter stecken zwei Absichten: einerseits die Minderung von Befangenheit, andererseits die Art, wie moderne soziologische Metriken erforscht und entwickelt werden.
Befangenheit entsteht, wenn die Art oder Reihenfolge der Fragen in einer Befragung den Eindruck entstehen lässt, dass die eine oder die andere Antwort irgendwie „besser” ist. Das ist bei soziologischen Befragungen problematisch, da sie kein Test sind — es gibt keine richtigen und auch keine falschen Antworten. Doch wir sind alle nur Menschen und haben die Tendenz, Erwartungen gerecht werden zu wollen, sogar wenn wir ausdrücklich dazu aufgefordert werden, dies nicht zu tun. Deshalb sind viele der Aussagen so formuliert, dass es etwas schwieriger wird, befangen zu sein.
Darüber hinaus ist es methodisch unsauber, direkt nach einer Haltung zu fragen. Deshalb geschieht dies in soziologischen Befragungen über indirekte Aussagen. Wenn wir also das „Sicherheitsbedürfnis” in einem Team bemessen wollen, würden wir die Teammitglieder nicht einfach fragen, wie hoch ihr Sicherheitsbedürfnis ist. Einige würden offen und direkt antworten, andere würden gut aussehen wollen, indem sie „niedrig” antworten, und wiederum andere würden gut aussehen wollen, indem sie „hoch” antworten. Stattdessen würden wir sie bitten, indirekte Aussagen zu bewerten, zum Beispiel: „Wo ich arbeite, sind Abwechslung und Abenteuer eher unwichtig.” Wir wissen aus der Forschung, dass diese Aussage zu 91 % mit einem Bedürfnis nach Sicherheit korreliert, und würden drei indirekte Aussagen mit ähnlich hoher Korrelation nutzen, um eine deutlich zuverlässigere Aussage zu treffen als bei einer direkten Frage.
Also: Ja, einige der Aussagen in der Befragung wirken etwas komisch, aber genau so soll es sein. Das macht unsere Messungen genauer und zuverlässiger.
Wie kann ich mir sicher sein, dass meine Teilnahme an der Befragung wirklich vollkommen anonym ist?
Abschnitt betitelt „Wie kann ich mir sicher sein, dass meine Teilnahme an der Befragung wirklich vollkommen anonym ist?“Die Anonymität unserer Befragung ergibt sich aus drei Aspekten: einem technischen, einem methodischen und einem statistischen.
Der technische Aspekt
Abschnitt betitelt „Der technische Aspekt“Wenn Du den Teilnahme-Link in Deinem Browser öffnest, verbindet sich Dein Computer mit unserem Server, damit die Befragungsseite geladen werden kann. Dabei wird Deine IP-Adresse übermittelt, damit der Server weiß, wohin er die Seite schicken soll. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir Dich damit identifizieren können.
Neben der Tatsache, dass wir die IP-Adresse gar nicht speichern, sagt diese auch weniger über einzelne Personen aus, als man denkt:
- In Firmennetzen oder bei Nutzung eines VPNs teilen sich viele Teilnehmende oft dieselbe IP-Adresse.
- Über Mobilfunk greifen häufig Hunderte, teils Tausende Personen unter derselben IP auf das Internet zu.
- Bei privaten Anschlüssen kann sich die IP-Adresse regelmäßig ändern — oft täglich.
Aus der IP-Adresse allein lässt sich also nicht ableiten, welche konkrete Person an der Befragung teilgenommen hat. Darüber hinaus erkennen wir auch nicht, ob Du bereits teilgenommen hast. Die Befragung setzt keine Cookies und hinterlässt — abgesehen von einem Eintrag in Deiner Browserhistorie, auf die wir keinen Zugriff haben — keine Spuren auf Deinem Gerät.
Der methodische Aspekt
Abschnitt betitelt „Der methodische Aspekt“Als Soziologen interessieren uns die Eigenschaften und Haltungen von Gruppen, nicht von Individuen. Für uns ist es schlichtweg nicht interessant, was die Haltung einer Einzelperson ist — die Tendenzen der Gesamtorganisation sind uns wichtiger. Zudem brauchen wir bei den von uns benutzten Methoden den Input von mindestens fünf Personen, damit eine Messgröße ausreichend genau ist, um verlässliche Aussagen treffen zu können. Wir haben daher schlicht keinen Grund, den Antworten einer bestimmten Person auf die Spur kommen zu wollen.
Der statistische Aspekt
Abschnitt betitelt „Der statistische Aspekt“Es gibt eine Situation, in der die Anonymität eingeschränkt ist: Wenn wir alle Teilnahmen filtern nach „weiblich, über 70, promoviert” und nur einen Treffer bekommen, dann müsste man nur in der Organisation herumfragen, um festzustellen, wer das ist. Wenn Du also „biografisch einzigartig” bist, können wir tatsächlich herausfinden, wessen Antworten wir gerade betrachten.
Für uns ist es in so einem Fall eine Frage der beruflichen Ethik, diese Informationen mit niemandem zu teilen: Wenn jemand aus Deiner Organisation uns um die Antworten einer „biografisch einzigartigen” Person bitten würde, würden wir dies ablehnen. Wenn Du weißt, dass Du „biografisch einzigartig” bist: Es steht Dir frei, so viele Fragen zu überspringen, wie Du willst. Wenn Du also denkst, dass es für uns zu einfach wäre, Dich zu erkennen, dann lass einfach einen Aspekt, der Dich einzigartig macht, unbeantwortet. Wenn Du beispielsweise der einzige 80-Jährige in der Organisation bist und im Marketing arbeitest, dann lass entweder die Frage nach Deinem Alter oder die Frage nach Deiner Abteilung unbeantwortet.
Ich fühle mich immer noch nicht wohl dabei, diese Fragen zu beantworten.
Abschnitt betitelt „Ich fühle mich immer noch nicht wohl dabei, diese Fragen zu beantworten.“Das ist okay. Du kannst jede Frage, die Dir unangenehm ist, überspringen. Wir sind Dir für all die anderen Antworten, die Du uns gegeben hast, sehr dankbar — und Du hilfst uns damit, die Situation besser zu verstehen.
Ich kann die Fragen zu [Technologie] nicht beantworten, da ich sie noch nie genutzt habe.1
Abschnitt betitelt „Ich kann die Fragen zu [Technologie] nicht beantworten, da ich sie noch nie genutzt habe.1“Kein Problem. Diese Fragen richten sich an Teilnehmende, die [Technologie] bereits genutzt haben. Überspringe einfach die Fragen, die Du nicht beantworten kannst.
Wie wird eine Manipulation der Ergebnisse verhindert?
Abschnitt betitelt „Wie wird eine Manipulation der Ergebnisse verhindert?“Wir haben wenige Möglichkeiten, Mehrfachteilnahmen technisch zu verhindern. Dazu müssten wir die Anonymität der Teilnehmenden einschränken, was die Ehrlichkeit der Ergebnisse stark beeinträchtigen würde. Deshalb kann theoretisch jeder so oft an der Befragung teilnehmen, wie er möchte.
Doch genau da liegt schon die erste und größte Hürde: Da wir für die meisten Messpunkte indirekte Aussagen nutzen (siehe oben), ist es sehr schwer zu ergründen, welche Aussage man wie bewerten muss, um die Resultate in eine bestimmte Richtung zu verschieben. Es braucht schon einen gewieften, erfahrenen Soziologen, der jede der Aussagen in der Befragung einer bestimmten Studie und Formel zuweisen kann, um das Ergebnis auch nur minimal zu verschieben.
Was wir jedoch sehr gut können, ist Mehrfachteilnahmen zu erkennen und herauszufiltern. Wie wir das machen, verraten wir nicht — das wäre ja eine Anleitung zur Manipulation. So viel sei gesagt: Wir sind Experten darin, menschliche Verhaltensmuster zu quantifizieren und zu erkennen. Und ein Statistikprogramm braucht nur Millisekunden, um Manipulationen herauszufiltern, die über viele Tage mühsam eingegeben wurden.
Auf welchen wissenschaftlichen Grundlagen steht die Befragung?
Abschnitt betitelt „Auf welchen wissenschaftlichen Grundlagen steht die Befragung?“Hier sind einige Veröffentlichungen als Einstiegspunkt. Bei genaueren Fragen stehen wir gerne zur Verfügung:
Anderson, N. R., & West, M. A. (1998). Measuring climate for work group innovation: development and validation of the team climate inventory. Journal of Organizational Behavior, 19(3), 235–258.
Hofstede, G., Neuijen, B., Ohayv, D. D., & Sanders, G. (1990). Measuring organizational cultures: A qualitative and quantitative study across twenty cases. Administrative Science Quarterly, 286–316.
Venkatesh, V., Thong, J. Y., & Xu, X. (2016). Unified theory of acceptance and use of technology: A synthesis and the road ahead. Journal of the Association for Information Systems, 17(5), 328–376.
Footnotes
Abschnitt betitelt „Footnotes“-
Gilt nur bei Technologieadoption. ↩